Dokumentation "Get into the Flow" (8 Kurzfilme)

Der Berliner Filmemacher Tim Hamelberg hat über einen Zeitraum von mehreren Monaten eine eindrucksvolle Dokumentationsreihe über das FLOW-Projekt und einzelne Tandems entstehen lassen, die wir hier Ihnen im Folgenden einzeln vorstellen möchten.

 

Wenn Sie sich für die Verwendung der Filme im Rahmen der schulischen Bildung, Ihrer eigenen Arbeit oder für eine öffentliche Vorführung der Dokumentation interessieren, so nehmen Sie gern Kontakt per Email mit uns auf.


Pilotfilm zum Projekt

Der Pilotfilm über das FLOW-Projekt

Im ersten Teil unserer Dokumentation "Get into the FLOW" bekommen Interessierte einen kurzen Überblick über das Projekt FLOW - Für FLüchtlinge! Orientierung und Willkommenskultur.

Der Film zeigt, wie das Projekt im Frühjahr 2015 entstanden ist. Die hauptamtlichen Mitarbeitenden berichten über ihre Erfahrungen mit den Geflüchteten während des Projektes und worum es ganz grundlegend bei FLOW geht.

Die Kamera dokumentiert dabei auf einfühlsame Weise, wie aus einer Idee ein Konzept und aus einem Konzept gelebte Willkommenskultur entstanden ist, die den jungen Geflüchteten in der Hansestadt Lübeck Orientierung und Halt in der für sie neuen Lebenswelt gibt.


Das Mentoring-Programm

Das Mentoring-Programm von FLOW

Das Herzstück unseres Projektes ist das sogenannte Mentoringprogramm. Hier kommen jeweils die Geflüchteten und Bürger/innen Lübecks zu zweit zusammen. Bei Gesprächen und Ausflügen, aber auch beim gemeinsamen Deutsch Lernen, dem Ausfüllen von Dokumenten oder bei Sport- und Freizeitaktivitäten lernen sich beide Seiten besser kennen und finden im jeweils anderen meist einen interessierten, herzlichen und zuverlässigen neue/n Freund/in.

Die Kamera dokumentiert die Entstehung und die Idee des Mentoringprogramms. Im Interview berichtet die damalige Projektleiterin Maryam Gardisi über ihre Erfahrungen mit den Geflüchteten und den Bürger/innen und beschreibt sowohl die große Freude, die sich bei einem positiven "Match" eines Tandems einstellt, als auch von den Herausforderungen, die durch die oft grundverschiedenen Charaktere entstehen.


Osama und Sybille

Das Tandem vom Osama (aus Syrien) und Sybille

Osama ist Mitte 20 und kommt aus Syrien. Als der Krieg begann, wurde Osama aus seinem Chemiestudium gerissen, die Universität und sein Elternhaus wurden zerstört. Er machte sich auf den langen Weg nach Europa und landete schließlich in Lübeck.

Hier hat er Sybille getroffen, eine junge Stadtplanerin, die ihm über das Projekt FLOW- Für FLüchtlinge! Orientierung und Willkommenskultur eine Mentorin in der für ihn neuen Heimat geworden ist.

Mit Sybille als Mentorin lernt Osama nun Deutsch in der Bibliothek, erkundet interessante Orte in der Stadt und der nahen Umgebung und versucht, durch dieses Stück Alltag, in Deutschland anzukommen. Dass dies nicht immer leicht ist, zeigt der erste unserer Tandemfilme in der Reihe „Get into the Flow“ von Tim Hamelberg.


Aref und Natalie

Das Tandem von Aref (aus dem Iran) und Natalie

Aref kam mit seiner Familie vor 2015 aus dem Iran nach Europa. Der zum Zeitpunkt des Drehs 20-jährige Schüler und seine Eltern und Geschwister sind nun in Bad Schwartau, der kleinen Nachbarstadt Lübecks, heimisch geworden.

In der ersten Zeit hat Aref Angst, ist in sich gekehrt, grübelt und verlässt das Haus nur, wenn es draußen schon dunkel geworden ist. Er braucht lange, um zu verstehen, dass der Norden Deutschlands seine Heimat werden soll. Als er durch das FLOW-Projekt seine Mentorin Natalie, eine junge Erzieherin Anfang 20, kennen lernt, sind sich die beiden jungen Leute sofort sympathisch. Aref taut auf, lernt im Handumdrehen Deutsch und Natalie versteht, dass der junge Iraner im Grunde ein ähnliches Leben führen will, wie sie.

Der zweite Film der Reihe „Get into the Flow“ porträtiert Aref, der als Tontechniker die Dokumentation von Tim Hamelberg begleitet hat und inzwischen eine Ausbildung in dem Bereich absolviert.


Lawanda und Simone

Das Tandem von Lawanda (Kurdin aus Syrien) und Simone

Lawanda ist eine junge Kurdin aus Syrien, zum Zeitpunkt des Filmdrehs 17 Jahre alt, die mit ihrer Familie über den Libanon nach Deutschland geflüchtet ist. Der Krieg und die jahrelange Flucht haben sie sehr früh erwachsen werden lassen.

Ihre Patin Simone, eine junge Rechtsanwältin, ist sehr beeindruckt von Lawandas starker Persönlichkeit und ihrer Offenheit. Je mehr sie jedoch über Lawandas Geschichte erfährt, umso stärker wird auch die Verantwortung deutlich, die die junge Frau schon auf der Flucht und auch hier in Deutschland für das Familienleben übernommen hat.

Simone versucht, mit ihrer Patenschaft die ganze Familie zu unterstützen und damit Lawanda ein wenig zu entlasten.


Mohammed und Remco

Das Tandem vom Mohammed (aus Afghanistan) und Remco

Mohammed hatte einen sehr langen und vermutlich besonders zehrenden Weg hinter sich, bevor er vor einiger Zeit in Lübeck angekommen ist.

Nach dem Verlassen seiner Heimat Afghanistan hat Mohammed in Ländern des Orients versucht, neu Fuß zu fassen, hat viele schlechte Erfahrungen gemacht und etliche Monate ohne festen Wohnsitz auf der Straße leben müssen.

Nach der Flucht und dem Ankommen in Lübeck hat Mohammed Remco kennen gelernt, der ihm ein unverzichtbarer Mentor wurde. Zusammen mit seiner Frau versucht Remco, Mohammed etwas von der Leichtigkeit zurück zu geben, die für Mohammed auf der Flucht verloren gegangen ist. Nicht nur in der Freizeit, die beide oft gemeinsam verbringen, sondern auch bei der Suche nach Ausbildung und dem angewandten Deutschlernen haben Mohammed und Remco schon vieles gemeinsam erreicht.


Faridullah und Claudia

Das Tandem von Faridullah (aus Afghanistan) und Claudia

Relativ bald nach seiner Ankunft in Deutschland hat Faridullah Claudia kennen gelernt, die zu diesem Zeitpunkt schon mit allen Kräften dabei war, die Ankommenssituation für Transitflüchtlinge in Lübeck zu verbessern. Sehr schnell hat Faridullah sich zu Claudias "5. Kind" entwickelt, so herzlich wurde er in ihre Familie aufgenommen, so engagiert haben alle in der Familie den jungen Afghanen unterstützt auf seinem oft steinigen Weg.

Nach fast unüberbrückbaren bürokratischen Hindernissen haben Faridullah und Claudia diese schwere Zeit gemeinsam angepackt, intensiv Deutsch geübt, für Faridullah eine Lehrstelle gefunden und er selbst ist inzwischen ein geschätztes Mitglied in seinem Fußballverein, bei Initiativen für andere Geflüchtete und nicht zuletzt innerhalb der FLOW-Gemeinschaft.


Fawad und Evelyne

Das Tandem von Fawad (aus Afghanistan) und Evelyne

Als Fawad und Evelyne sich kennen lernen, hat Fawad schon einige Zeit in einer Gemeinschaftsunterkunft gelebt, die er kaum verlassen hat, weil seine Flucht aus Afghanistan ihn auch im sicheren Lübeck noch lange Zeit beschäftigt hat.

Der junge Mann wollte bereits in Afghanistan eine medizinische Laufbahn einschlagen, doch Krieg und Vertreibung durchkreuzten diesen Plan. Evelyne, eine Managerin, die auch im Privaten die Dinge beim Schopf packt, hat Fawad viel von ihrer Energie auf seinen neuen Weg mitgegeben. Zusammen haben sie Fawads Deutsch fast perfektioniert und Möglichkeiten gefunden, wie er zurück zu seinem beruflichen Traum, der Medizin, kommen kann.

Inzwischen ist Fawad so in das Lübecker Leben integriert, unterstützt andere Geflüchtete ehrenamtlich, setzt sich für das Ausprobieren neuer Sportarten ein und ist hier heimisch geworden.